Zum 3. Mal fand an der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks Weinheim das Bread Summercamp statt. Ich hatte beim Brotforum im Frühjahr Glück und habe die Teilnahme daran gewonnen…
Mit einem Shuttlebus ging es vom Hotel aus dorthin – was schon mal ein cooler Service war. Nach einem lockeren „Cometogether“ der 250 Gäste und der Begrüßung durch Direktor Bernd Kütscher startete der 1. Programmpunkt: „Alle gegen Axel“. Dabei stellte sich kein geringerer als Weltbäcker 2022 Axel Schmitt gegen die gesamte Teilnehmerschaft. 20 Fragen rund ums Thema Brot & Backen mussten beantwortet werden, ganz „up to date“ über das Handy konnte mit gespielt werden. Am Ende gewann Axel mit 2 Punkten Vorsprung die große Magnum-Flasche Champagner.

Anschließend gab es dann 2 Blöcke von je 4 Workshops. Ich entschied mich beim 1. Block für die Diskussion mit Jochen Gaues „Was ist eigentlich ein geiles Brot?“. Er selbst hat schon einige höhen & tiefen erlebt und polarisiert in der Branche. Doch seine Brote werden von etlichen Sterne-Köchen gefeiert und auch das Bundespräsidialamt ist Kunde von ihm.




Mein Fazit dazu: solche dunkel gebackene Brote würde bei mir niemand kaufen wollen, was wohl an der Gegend liegt. Schmackhaft waren sie allesamt und mit einer sehr groben Porung, was ja von vielen Bäckern zur Zeit zelebriert wird. Ich bevorzuge eine feinere Porung, so das man auch gut Brotaufstriche darauf verteilen kann. Auch seine Art und Weise zu reden ist nicht mein Stil aber seine Überzeugung das geilste Brot der Welt zu backen schlägt sich durch und begeistert viele ganz nach seinem Motto: „dat Gaues“!
Beim 2. Workshop den ich besuchte stellte mein Brot-Sommelier-Kollege Patrick Zimmer das Foodpairing Brot & Bier vor. Patrick ist auch Bier-Sommelier und zudem 1. Brotkönig des Rheinischen Bäckerhandwerks. Er hatte wirklich sehr besondere Biere dabei und hat uns allen gezeigt wie so eine Veranstaltung unterhaltsam und dennoch sehr informativ daher kommen kann – BRAVO!






Ich nahm auch am Fancy-Bread-Award teil. Dabei konnten alle Gäste Ihre 5 Lieblingsbrote von den abgegebenen 27 Sorten bestimmen. Es war wirklich eine Fülle von tollen besonderen neuen Sorten und meine neue Kreation der OlivenKracher hatte es da nicht leicht. Aber schauen wir mal…





Danach wurde es dann richtig lässig. Bei DJ-Beats, leckeres vom Grill und Ofen, Cocktails und allerlei anderen Gaumenschmäusen konnte mit alten und neuen Bekanntschaften bis in die späte Nacht hinein gefeiert werden. Der einsetzende Regen machte da gar nix…







Der Sonntag startete mit einem gemeinsamen Frühstück bei beschwingter Live-Musik.

Ich nahm danach am Vortrag von Sven Mostegl teil. Thema: Brot und Gesundheit. Er ist vor einigen Jahren nach Dubai ausgewandert und betreibt dort sehr erfolgreich eine Bäckerei. Durch seine Diabetes-2 Erkrankung hat er sich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt um sein größte Erfüllung ein gutes Brot zu essen weiter nachgehen zu können. Man merkte das er wahrlich für diesen Beruf brennt und ihm nichts wichtiger ist als sein Wissen an Gleichgesinnte weiter zu geben. Ich muß schon sagen: sehr, sehr eindrucksvoll!





In der letzten Workshop-Runde ging ich dann zu keinem geringeren als den Präsidenten des Weltbäckerverbandes Günther Körffer der ebenfalls vor vielen Jahren aus Deutschland auswanderte und nun sogar Hoflieferant des Schwedischen Königshauses ist. Er ist auch regelmäßig bei uns im Fernsehen zu sehen: bei der Sendung „Das große Backen“ ist er Chef-Juror. In seinem Vortag lies er uns an seinen Erlebnissen teilhaben. Ob es beim Besuch des Papstes oder in einer kleinen Bäckerei in Algerien war, seine Art zu schildern lies erahnen das für ihn der Erhalt des Backhandwerks eine Herzensangelegenheit ist. In einem persönlichen Gespräch konnte ich mit ihm noch über meine Vorträge sprechen und ein paar Tipps mitnehmen. Wirklich ein Mann von Welt!






Zum Abschluss dieses wirklich unvergesslichen Wochenendes habe ich dann tatsächlich noch die Bronze-Urkunde für den OlivenKracher überreicht bekommen…



Ich hoffe nächstes Jahr wieder dabei sein zu können,
bis dänne,
Euer Brotliebhaber
